Monday, November 26, 2018

[PDF] Drogen und Medikamente: Geschichte - Herstellung - Wirkung (Reclams Universal-Bibliothek) KOSTENLOS DOWNLOAD

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Ìber den Autor und weitere Mitwirkende
Leslie Iversen ist Professor für Pharmakologie in Oxford und war Direktor des Neuroscience Research Center an den Merck Research Laboratories sowie Direktor am MRC Neurochemical Pharmacology Unit in Cambridge. Er forscht vor allem über Botenstoffe (Neurotransmitter) im Gehirn als Ziele bestimmter Drogen.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Seuchen - der Kampf gegen unsichtbare Eindringlinge Seit jeher wurde die Menschheit von Infektionskrankheiten heimgesucht. Als die Zahl der Menschen wuchs; die Menschen in immer stárker bevölkerten Stádten und Großstádten zu wohnen begannen; wurden diese zu einem hervorragenden Brutplatz für die vielen Arten von Bakterien; Pilzen und Viren; die sich darauf spezialisierten; vom 'Homo sapiens' ihre Vorteile zu ziehen. Fast die gesamte Menschheitsgeschichte lang besaßen wir keine wirksamen medizinischen Mittel gegen das verheerende Wüten von Infektionskrankheiten und mussten uns einzig auf die ausgefeilten Abwehrmechanismen unseres Immunsystems verlassen. Wenn das Immunsystem aber erst einmal überwáltigt worden ist - oft als Folge der Konfrontation mit einer ihm unvertrauten Infektion; die sich aus anderen Teilen der Welt verbreitete -; können die Folgen tödlich sein. Die plötzliche Ausbreitung des 'Schwarzen Todes'; der Beulenpest; führte in Europa wáhrend des Mittelalters dazu; dass in vielen Lándern die Hálfte der Bevölkerung starb. Doch auch im 20. Jahrhundert gab es verheerende Epidemien: 1918 starben innerhalb von sechs Monaten ungefáhr 30 Millionen Menschen an der 'Spanischen Grippe'; doppelt so viele; wie im Ersten Weltkrieg gefallen waren.    Erst im 17. Jahrhundert betrachtete Robert Hooke (1635-1703) in London einen Wassertropfen mit dem neu erfundenen Mikroskop und staunte über das Vorhandensein von Millionen winziger; mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbarer Lebewesen. Doch sollten noch weitere 200 Jahre vergehen; ehe ein Zusammenhang zwischen derartigen Mikroorganismen und Krankheiten des Menschen hergestellt wurde. Die ersten Beweise für die Krankheitsübertragung von einem zum anderen Menschen wurden erst im 19. Jahrhundert erbracht. Zunáchst bestand das einzige Mittel zur Anwendung dieser neuen Erkenntnis darin; den Hygienestandard zu verbessern. Das galt besonders für Hospitáler; in denen die Á„rzte die Krankheit von einem Patienten auf andere übertrugen; háufig schon deswegen; weil sie sich zwischen den einzelnen Behandlungen nicht die Hánde wuschen. Auch die verbesserte Keimfreiheit in den Operationssálen erwies sich als hilfreich; ebenso der Aufbau von Kanalisationssystemen in den Stádten. Bis ins spáte 19. Jahrhundert war es in Großbritannien durchaus nicht ungefáhrlich; Wasser aus der Pumpe oder dem Wasserhahn zu trinken. Die einzigen sicheren Getránke waren Bier oder Tee; weil in beiden Fállen das für die Zubereitung erforderliche Wasser abgekocht wurde.    Wenngleich manche der alten Kráuterarzneien aktive Wirkstoffe enthalten; die bei der Bekámpfung bestimmter Infektionskrankheiten helfen konnten; hatte der Medikamentenschrank bis ins 20. Jahrhundert wenig zu bieten. Oben wurde bereits auf die Pionierleistung Paul Ehrlichs hingewiesen; der das Arsphenamin entdeckte; das erste wirksame Arzneimittel zur Vernichtung des die Syphilis verursachenden Bakteriums. In den 1930er Jahren folgte die Entdeckung der Sulfonamide; einer neuen; starken Klasse antibakterieller Wirkstoffe. Dann kam die Á„ra der Antibiotika. Allbekannt ist die Geschichte; wie Alexander Fleming (1881-1955) 1928 entdeckte; dass Schimmelpilze Bakterien auf einer Náhrschale getötet hatten; die er an seinem Londoner Laborfenster hatte stehen lassen. Es dauerte noch zehn Jahre; bis Howard Florey (1898-1968); Norman Heatley (geb. 1911) und Ernst Chain (1906-1979) in Oxford diese antibakterielle Substanz als Penicillin identifizierten und 1941 den ersten Menschen damit behandelten. Fleming; Florey und Chain erhielten für die Entdeckung des Penicillins 1945 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin. Das Mittel gewann im Zweiten Weltkrieg größere Bedeutung bei der Behandlung von Wundinfektionen verletzter Soldaten. Die Produktion wurde aus dem kriegsgeplagten Großbritannien nach den USA verlagert; wo das Medikament von Merck und anderen Pharmaunternehmen erstmals in großem Umfang hergestellt wurde. Auf Penicillin folgten viele weitere hochwirksame Antibiotika; die einen revolutionáren Fortschritt bei der Bekámpfung lebensbedrohlicher Krankheiten wie Lungenentzündung; Tuberkulose und Cholera brachten. Nach den Antibiotika kamen spáter im 20. Jahrhundert auch die ersten wirksamen Medikamente gegen Virusinfektionen. Wie wirken diese Wunderarzneien? ... © 2005 Philipp Reclam jun. Verlag Gmbh & Co.; Stuttgart

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